Aug 152011
 

Zugegeben, die Überschrift klingt schon etwas provokant, aber ich denke in diesem Fall ist das legitim. Denn gerade das eToro OpenBook hat für Furore gesorgt und der automatische Forex Handel ist so aktuell wie nie zuvor. Für alle Einsteiger möchte ich kurz erläutern was das OpenBook überhaupt ist: Es handelt sich dabei um eine Plattform bei der die Trades und Ergebnisse aller Trader zusammengefasst werden. Sie sehen also zum Beispiel dass Herr Hans Meier aus Deutschland eben eine Gold Position eingegangen ist, oder dass er diese mit einem Profit von xy verkauft hat. Da es nun umständlich wäre diese Trades manuell nachzumachen, hat sich eToro gedacht dass das einfach automatisch gehen müsste. Die Idee ist nicht neu, Zulutrade arbeitet auf diesem Konzept schon lange Zeit und unterstützt dabei noch viele weitere Broker, nicht nur eToro.

Man hat also die Möglichkeit auf diesen Plattformen den automatischen Forex Handel zu realisieren und erfolgreiche Trader zu kopieren. Das hört sich auf den ersten Blick sehr gut an, denn immerhin möchte man meinen dass die erfolgreichen Trader eben erfolgreich sind und man damit gleichzeitig am Erfolg mit beteiligt ist. Es gibt jedoch einige Probleme auf die man stößt gerade wenn man als Einsteiger das OpenBook ausprobieren möchte.

Zum einen muss der kopierte Trader zu den Anlagepräferenzen passten. Das heißt, dass er ein ähnliches Risikoprofil aufweisen muss. Was nützt es wenn ein Trader 500 % Profit über die letzten 3 Monate erzielt hat, aber ein extrem hohes Risiko eingegangen ist und man persönlich sein Risiko reduzieren möchte? Es wäre falsch diesen Trader zu kopieren nur weil er guten Profit vorzuweisen hat. Und das Problem ist, dass das Risiko immer sehr schwer zu analysieren ist. Zwar gibt eToro Risikoskalen an, aber es gibt verschiedene Vorstellungen von Risiko. Zum Beispiel mag die Varianz der Renditen für die meisten Anleger ein zu kalkulierendes Risiko sein, die Verwendung eines zu großen Hebels in unsicheren Marktzeiten kann davon nicht erfasst werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die Erfolge der Trader nur vergangene Werte abbilden. Wie überall in der Finanzwelt, ist das nur ein schlechtes Kriterium. Nur weil eine Aktie 2010 15 % zugelegt hat, heißt das nicht, dass es im Jahr 2011 genauso sein wird. Und gerade beim OpenBook gibt es Probleme: denn vergangene Daten sind nicht über Jahre oder Jahrzehnte vorhanden, sondern nur über kurze Zeiträume. Würde ein Trader über 10 Jahre 100 % Profit machen ohne große Ausreisser, dann kann man natürlich sagen, dass er weiß was er tut und ihn kopieren. Aber wenn ein Trader für 3 Monate oder sogar noch weniger gute Resultate vorzuweisen hat, besagt das noch gar nichts über dessen können. Es kann genauso gut Glück sein. Interessanterweise sieht man das bereits bei der Auswertung im eToro OpenBook. Trader, die im Zeitraum von einem Monat die besten Werte aufweisen, sind häufig in der 3-Monats Auswertung wieder von der Bildfläche verschwunden. Natürlich nicht alle, aber in der Regel ist das zutreffend.

Was kann man also zusammenfassend sagen? Wahrscheinlich ist der beste Tipp folgender: Forex ist keine Gelddruckmaschine und nur weil es möglich ist mit Zulutrade oder OpenBook erfolgreiche Trader zu kopieren, heißt das noch lange nicht, dass man ohne das nötige Wissen einmalig Geld einzahlt und es beim wachsen zusehen kann. Es ist in der Tat denkbar mit dem richtigen Händchen, oder besser gesagt einem glücklichen Händchen. Aber im Regelfall wird man auf diesen Weg keinen langfristigen Erfolg haben. Das eToro OpenBook bietet jedoch auch die Möglichkeit sich mit anderen Tradern zu vernetzen und auszutauschen. Damit ist es für einen Forex Einsteiger im Lernprozess sehr zu empfehlen. Blind auf die Empfehlungen anderer zu vertrauen oder diese einfach zu kopieren, ist allerdings nicht der richtige Weg. Es ist allerdings Wert einen Blick aufs eToro OpenBook zu werfen.

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