Dez 102011
 

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Trendfolgeindikatoren generieren Signale während einer Trendbewegung, bis sich die Richtung des Trends ändert. Der Forex Trader kann dementsprechend seinen Handel optimieren. Obwohl über die Indikatoren erkennbar wird, dass die Kursbewegungen weiter im Trend verlaufen, sind sie als Ein-oder Ausstiegssignale nicht geeignet. Wenn Trendfolgeindikatoren benutzt werden, muss der Trader primär darauf achten, dass faktisch ein Trend vorliegt. Ansonsten können die Indikatoren Fehlsignale aufweisen. Wenn sich der Markt letztendlich dreht, folgen auch die Indikatoren seinem Richtungswechsel. Deshalb werden Trendfolgeindikatoren immer in Trendrichtung verfolgt, bis sie ein Trendwendesignal liefern.

Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Indikatoren für eine Trendefolge beschrieben.
 

Gleitende Durchschnitte – SMA

Der gleitende Durchschnitt, auch Simple ­Moving Average (SMA) genannt, wird als Basis für andere Indikatoren wie MACD und Bollinger Band begriffen. Der gleitende Durchschnitt filtert sprunghafte und heftige Kursbewegungen, um den tatsächlichen Kurstrend anzuzeigen. Allgemein errechnet er den Durchschnittskurs über einen bestimmten Zeitraum und dient somit als Signallinie und zur Trendbestimmung. Der ausgewiesene Zeitrahmen ist innerhalb der Trading-Software frei wählbar. Für langfristige Betrachtungen verwenden Trader achtunddreißig, neunzig oder zweihundert Tageslinien, für kurzfristige Handlungen sind fünf, zehn, zwanzig und fünfzig Tageslinien geeignet. Für den Trader zu beachten gilt dabei, dass mehr Fehlsignale auftreten, je kürzer die Periodenlänge ist. Kürzere Durchschnitte sind erst dann vorteilhaft, wenn eine Trendumkehr kurz bevorsteht. Gleichermaßen funktionieren langfristige Durchschnitte besser, je länger ein vorliegender Trend intakt ist.
Ungeachtet der gewählten Periode kommt es immer wieder zu Überschneidungen zwischen dem Kursverlauf und dem ­Moving Average. Die Schnittpunkte sind ­dabei als Signal zu bewerten. Schneidet der gleitende Durchschnitt im Aufwärtstrend den Chartverlauf von oben nach unten, generiert er damit ein Verkaufssignal. Dieser Vorgang wird als Moving ­Crossover Modell bezeichnet. Ansonsten kann auch ­die Double ­Crossover Methode angewendet werden, die die Nachteile des Simple Moving Average Indikators vermindert. Bei dieser Methode wird der Schnitt von zwei unterschiedlichen gleitenden Durchschnitten benutzt. Der längere Durchschnitt sorgt für die Glättung des Kursverlaufs und folgt damit dem Primärtrend. Der andere, kürzere Durchschnitt folgt den Bewegungen innerhalb des Trends. Durchkreuzen sich die Indikatorenlinien, erhält der Trader wichtige Handelssignale. Wenn der kurze Durchschnitt den Langen nach obenhin schneidet, wird ein Kaufsignal freigesetzt. Schneidet der Kurze den langen Durchschnitt nach unten, ist dies als Verkaufssignal zu deuten. Obwohl die Signale des ­Moving Average erst spät generiert werden, besitzen sie gleichwohl eine hohe Zuverlässigkeit.
 

Moving Average Convergence Divergence – MACD

Der ­MACD zeigt die Richtung als auch die Stärke eines Trends an und weist dadurch auch auf Trendwechsel hin. Der Indikator stellt die Divergenz zwischen zwei unterschiedlich langen gleitenden Durchschnitten, nämlich einem schnellen und einem langsamen, dar. Zur Berechnung des ­MACD wird der Wert des langsamen Durchschnitts vom Wert des schnelleren abgezogen. Die daraus resultierende Differenz wird dann als MACD-Linie dargestellt.
Wie im Namen ausgedrückt wird, funktioniert der MACD nach dem Prinzip von Divergenz und Konvergenz und gibt damit Aufschluss über die Dynamik des Trends. Eine Divergenz liegt vor, wenn sich beide Indikatorenlinien voneinander entfernen. Mit steigenden Kursen des Basiswertes wird die Differenz größer, weil der schnellere Durchschnitt früher als der träge auf den Kurs reagiert. Als Ergebnis steigt die MACD-Linie im Chartbild. Bei einer Konvergenz laufen die Linien aufeinander zu. Wenn der Trend abschwächt oder der Kurs zu konsolidieren beginnt, reagiert auch hier der schnellere Durchschnitt zuerst. Dadurch vermindert sich die Differenz zwischen den Durchschnitten, und noch bevor die Linien einander schneiden, fällt der MACD. Wie sich hierbei zeigt, folgt der Indikator den Kursbewegungen.
Um die Richtung des Trends festzustellen, stellt der Trader den ­MACD in Beziehung zu seiner Nulllinie. Befindet sich der MACD im positiven Bereich über der Nulllinie, liegt ein Aufwärtstrend vor. Ein dabei steigender MACD zeichnet eine zunehmende Dynamik des Aufwärtstrends aus. Fällt der Indikator in diesem Bereich, ist auf eine nachlassende Dynamik des Aufwärtstrends zu schließen. Hält sich der Indikator hingegen im negativen Bereich auf, besteht ein Abwärtstrend. Fällt die Indikatorlinie, ist mit einer zunehmenden Dynamik des Abwärtstrends zu rechnen. Beobachtet der Trader indessen einen Anstieg des MACD, ist dies als Zeichen für eine nachlassende Dynamik des Trends zu verstehen. Allgemein gilt: Je weiter der MACD von der Mittellinie entfernt ist, desto stärker ist ein Trend.
Einerseits kann der MACD also als Trendfolgeindikator genutzt werden, andererseits kann er zur Analyse von Divergenzen im Kursverlauf zurate gezogen werden und entspricht somit einem Oszillator. Treten Divergenzen zwischen dem Indikator und dem Kursverlauf auf, liegt eine Schwäche in dem vorhandenen Trend vor und signalisiert damit einen bevorstehenden Trendwechsel. Auch wenn der MACD im Anschluss einer Divergenz die Mittel- oder die Signallinie schneidet, wächst die Möglichkeit eines Trendwechsels. Die Schnittpunkte werden dabei als Handelssignal gewertet.
 

Bollinger Bänder

Der Indikator ist eine Weiterentwicklung der Methode der gleitenden Durchschnitte und wurde von seinem Namensgeber John Bollinger ausgearbeitet. Die Bollinger Bänder bestehen aus einem gleitenden Durchschnitt, der von einem unteren und einem oberen ­Trading-Band umgeben wird. Die Kurse pendeln innerhalb der Bänder und können somit für die Bestimmung von Kurszielen eingesetzt werden. Erreichen die Kurse das obere Band, werden sie als überkauft angesehen. Als überverkauft gelten die Kurse, sobald sie sich dem unteren Band nähern. Der Abstand der Bänder zeigt die Volatilität des Kursverlaufs an. In volatilen Kursphasen dehnen sich die Bänder aus, der Abstand vergrößert sich. Liegen die Bänder weit auseinander, so sollte dies als Warnsignal für eine bevorstehende Trendwende oder einer Konsolidierung angesehen werden. Bei niedrigen Kursschwankungen wird der Abstand der Bänder geringer.
Auch in trendlosen Stadien erfüllen die Bollinger Bänder ihren Zweck. Sie wirken als Widerstands- und Unterstützungszonen, wobei Ausbrüche darüber hinaus als Trendwechselsignale zu deuten sind. In trendstarken Phasen bewegen sich die Kurse am oberen Band und folgen damit dem Aufwärtstrend oder die Kursbewegungen verlaufen am unteren Band und schließen sich dem Abwärtstrend an. Der gleitende Durchschnitt fungiert dann als Unterstützungs- oder Widerstandslinie. Trotzdem sollte der Trader weitere Indikatoren wie ­MACD oder ­RSI in seine Überlegungen einbeziehen, um Brüche der Mittellinie und Ausbrüche aus den Bändern als tatsächliche Trendumkehr oder Trendbestätigung zu deuten.

 

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