Dez 202011
 

Trendwendeformationen werden auch als Umkehrformationen bezeichnet und bilden sich aus, wenn ein Trend in seiner Folge bricht. Während eines Trendverlaufs treten zwischenzeitliche Konsolidierungsphasen auf, deren Formationen auf die Bestätigung oder Umkehr des Trends deuten. Allerdings sind zu Beginn der Korrekturbewegung nur schwache Aussagen über den weiteren Verlauf möglich. Deshalb muss der Forex Trader die vollständige Formationsausbildung abwarten, um die Entwicklung besser einschätzen zu können. Sobald die Formation abgeschlossen ist und ein Ausbruch erfolgt, werden Handelssignale generiert, auf die der Trader entsprechend reagieren kann.

Der Forex Händler erkennt an verschiedenen Richtlinien, ob sich ein Trend ändert. Dazu gehört in erster Linie, dass das Prinzip „Volume goes with the trend“ nicht mehr funktioniert. Außerdem werden Divergenzen bei den technischen Indikatoren sichtbar. Des Weiteren erreicht der Kurs weder das vorhergehende Hoch noch die Trendkanallinie, was daraufhin deutet, dass der Trend schwächer wird. Ein weiteres Signal für eine Trendwende ist die hier besprochene Ausbildung der Umkehrformation. Im Weiteren werden die wichtigsten Trendwendeformationen erklärt.
 

Schulter-Kopf-Schulter Formation

Die Schulter-Kopf-Schulter Formation zählt zu den wichtigsten und zugleich häufigsten Trendwendeformationen. Die SKS-Formation hat eine zuverlässige Signalgebung mit einer hohen Trefferquote und ist für den Forex Trader einfach zu erkennen. Die Formation tritt am Ende eines Aufwärtstrends oder in gespiegelter Variante als Umkehrbewegung in Abwärtstrends als inverse SKS-Formation auf. Charakteristisch für die Formation ist die Ausbildung eines Hochs in der Mitte, das den Kopf symbolisiert, wobei die davon links und rechts gelegenen Hochs tiefer liegen und als Schultern bezeichnet werden.

Eine besondere Beachtung sollte auf die Volumenentwicklung bei dem Formationsaufbau gelegt werden. Während sich die erste Schulter, also das erste Hoch, ausbildet, steigt das Volumen des Basiswertes an. Daraufhin folgt ein Zwischentief als Korrekturbewegung. Im Anschluss formiert sich in einer Aufwärtsbewegung der Kopf, wobei hier das Volumen geringer ausfällt als bei der vorangegangenen Schulterformation. Sobald das Volumen abnimmt, während der Kopf ausgebildet wird, deutet dies auf eine Trendwende hin. Schließlich folgt eine weitere Korrekturbewegung, in der sich der Kurs dem ersten Zwischentief annähert. Bei geringem Volumen steigt an dieser Stelle der Kurs wieder an, bildet somit die zweite Schulter aus, erreicht allerdings nicht das Niveau des Kopfes.

Verbindet der Trader die beiden Tiefpunkte der Zwischenkorrekturen miteinander, so erhält er die sogenannte Nackenlinie. Durchbricht der Kurs diese Nackenlinie nach unten, weist dies auf ein Verkaufssignal hin und leitet demgemäß die Trendwende ein. Trotz eines möglichen Pullbacks zum Ausbruchspunkt entwickelt sich der Kurs dann üblicherweise gegenläufig. Indem der Trader den vertikalen Abstand zwischen Nackenlinie und dem Kopf ermittelt, diesen am Ausbruchspunkt nach unten projiziert, kann das Kursziel näher bestimmt werden.
 

Doppeltop/ Doppelboden Formation

Für die Formation kennzeichnend sind zwei markante Spitzen, die das gleiche Kursniveau erreichen. Sie treten am Ende eines Aufwärtstrends als Doppeltop oder am Ende eines Abwärtstrends als Doppelboden auf. Aufgrund ihrer bildhaften Ähnlichkeit können sie auch als M- oder W-Formation bezeichnet werden.

Bei einer derartigen Formation geht ein Aufwärtstrend voraus. Während sich dann das erste Zwischenhoch abbildet, steigt ebenso das Volumen. Im Anschluss folgt ein Zwischentief als Korrekturbewegung. Danach erfolgt ein weiterer Anstieg des Kurses zum zweiten Top, wobei die Widerstandsmarke vom ersten Hoch kaum überschritten wird. Das Volumen ist dabei geringer als beim ersten Topanstieg. Der Trader erkennt eine Bestätigung der Formation, wenn der Kurs anschließend unter das Korrekturtief fällt. Während dieses Kursverlaufs steigt das Volumen wieder an und deutet ein Verkaufssignal an.

Allerdings ist bis zur vollständigen Ausbildung der Formation Vorsicht geboten. Denn bis zum Ausbruch ist kaum erkennbar, ob es sich nicht um ein trendbestätigendes Rechteck handelt. Die späte vollständige Bestätigung als Umkehrformation ist außerdem unter Zuhilfenahme von Trendlinien, Volumenentwicklung und weiteren Indikatoren, abzuwarten. Der Trader muss also ständig das Volumen beobachten. Steigen die Umsätze an, weist dies auf einen erhöhten Verkaufsdruck an. Durchbricht der Kurs überdies die Unterstützung bei dem Korrekturtief, ist eine Trendwende bestätigt. Die möglichen Kursziele lassen sich über den vertikalen Abstand zwischen den Hoch- und Tiefstpunkten ermitteln. Der Abstand wird am Ausbruchspunkt negativ projiziert und somit das Minimumkursziel lokalisiert.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Trendwendeformation ist die zeitliche Ausdehnung. Je kürzer die Formation für seine vollständige Entwicklung benötigt, desto geringer ist das Umkehrpotenzial. Primärtrends werden also durch kleine Korrekturformationen nicht umgekehrt.
 

Untertasse Formation

Die Untertassen Formation, auch „Rounding Top“ genannt, tritt am Ende eines Abwärtstrends auf. Sie verspricht über einen langen Zeitraum einen langsamen Wechsel im Trend. Bildlich gesehen hat die Formation die Gestalt einer auf dem Tisch stehenden Tasse, die auf der rechten Seite einen Henkel hat. Das Volumen zeigt sich im Chart ebenfalls in Tassenform, nimmt allerdings in Richtung des neuen Trends zu. Das mögliche Kursziel wird über die Widerstandslinien bestimmt.
 

V–Formation

V-Formationen treten in stark überhitzten oder stark ausverkauften Märkten auf. Die Formation besteht aus nur einem Hoch- oder Tiefpunkt am Ende eines lang anhaltenden Auf- oder Abwärtstrends. Im Gegensatz zu anderen Formationen erscheint dieser Extrempunkt plötzlich und schlagartig. Obwohl die Formation keiner Entwicklung bedarf und dadurch keinerlei Warnsignal freisetzt, ist die Formation nachhaltig. Als Kennzeichen werden hier Reversal-Kerzen sichtbar, die mit einem langen Docht oder einer langen Lunte auf eine Umkehr deuten.

 

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