Jan 302012
 

Das Hauptziel des Handels mit Devisen ist Gewinne zu generieren. Insgesamt müssen dafür äußere Einflussgrößen der Währungen wie das gesamtwirtschaftliche Umfeld, Nachrichten und die Kursverläufe analysiert werden. Daneben bedarf es einem eigenen Handelsplan, der das Spekulationskapital, die emotionale Stärke und das Handlungsspektrum des FX Traders widerspiegelt. Mit dem Handelsplan werden Tradingziele festgelegt, und zwar in jeglicher Reaktions- und Zeitform. Zu überlegen ist dabei, wie gehandelt wird, wenn der Trade entsprechend der Erwartungen oder entgegen der Erwartungen verläuft. Die Handlungsweisen richten sich dementsprechend an fallende, steigende oder gleichbleibende Kurse.

Auf dem Weg zu einem erfolgreichen Trade muss der Forex Händler mehrere Schritte vollziehen und beachten.

 

Forex Analysen

Aus den Erkenntnissen der technischen und fundamentalen Analyse bildet sich ein Bild des Währungswertes ab, dessen Schlussfolgerungen folglich in den Handelsplan integriert werden. Entscheidend ist dennoch, wie der Forex Trader mit diesen Feststellungen handelt. Die Spekulation mit Devisen gestaltet sich dahingegen problematisch, dass die zu nutzenden Analysen meistens die Vergangenheit der Währungsverläufe aufzeigen.

Die Fundamentalanalyse reflektiert zwar die derzeitige Über- oder Unterbewertung eines Wertes, also den aktuellen Marktpreis, dennoch kann sie keine sichere Einschätzung über die zukünftige Entwicklung einer Währung geben. Weiterhin untersucht die Fundamentalanalyse makroökonomische Indikatoren und ist geprägt durch politische Entscheidungen. Die Fundamentaldaten können somit kurzfristig einen Kursverlauf beeinflussen. Einen starken Effekt auf den Devisenmarkt zeigen die Daten beispielsweise, wenn Zentralbanken ihre spezifischen Währungen durch Interventionen unterstützen. Auch durch die Herausgabe von Daten wie Wachstum, Bruttoinlandsprodukt, Zinssätze, Arbeitslosigkeit und Produktivität eines Landes können sich die Kursverläufe deutlich absetzen. Beobachtet der Forex Trader dementsprechend die Fundamentaldaten, kann er Hinweise für die Entwicklung des gewählten Währungspaares ablesen und dadurch Signale erkennen. Ähnlich wirken Nachrichten, die wirtschaftspolitische Relevanz zeigen. Werden Kriege, Naturkatastrophen oder ähnliche Schlagzeilen veröffentlicht, wirkt sich das auf den Devisenhandel aus.

 

Mithilfe der Werkzeuge der technischen Analyse kann der Trader das Gesamtbild einer Währung näher bestimmen und dadurch sein Timing beim Handeln optimieren. Der Forex Trader ermittelt über das Chartbild, welchen Trend die gewählte Währung verfolgt. Um den übergeordneten Trend zu identifizieren, vergleicht der Händler die Monats-, Wochen- und Tagescharts. Dabei kann herausgefunden werden, wo die Unterstützungs- und Widerstandslinien verlaufen, als auch welche Chartformation vorliegt. Über die Indikatoren und Oszillatoren gewinnt der Forex Trader Erkenntnisse, ob der Kurs weiterhin im Trendverlauf bleibt oder ob es einen Trendwechsel gibt. Auch über Divergenzen und die Entwicklung des Volumens sind Signale erkennbar. Auf diese Signale sollte der Forex Händler warten und den Kurs genau beobachten.

Indessen führt nur die Kombination der unterschiedlichen Werkzeuge im richtigen Verhältnis zu einem zuverlässigen Ergebnis.

 

Faktor Zeit

Der FX Trader sollte seine Handlungen in verschiedenen zeitlichen Dimensionen theoretisch durchdenken. Die Zeitspanne der Handlung als auch der Zeitpunkt für den Ein-und Ausstieg bilden dabei die zentralen Größen zur Orientierung. Der Händler sollte nur dann in den Markt investieren, wenn sich ein eindeutiger Trend zeigt und der Markt Signale generiert, um einen Trade erfolgreich durchzuführen.

Außerdem definiert der Forex Trader die Länge seiner Handlungen, indem er seinen Trading-Stil festlegt. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Langzeit- und Kurzzeittrading. Je nachdem, welcher Stil gewählt wird, muss die jeweilige Margin-Anforderung erfüllt werden. Dies ist also ebenso eine Frage der einsetzbaren Kapitalgröße.

Die Länge der Handlungen wird gleichfalls durch das Erreichen der festgelegten Tradingziele begrenzt. Der Forex Händler legt, noch vor dem Trade, die erwartete Lotzahl für das gewählte Währungspaar über das Kursziel fest und muss dabei auch das Risiko des Trades beachten. Hierbei wird dementsprechend offensichtlicher, wann das Tradingziel erreicht ist.

 

Chance-Risiko-Kalkulation

Um genau zu kalkulieren, ob sich ein Handel lohnt, bezieht der Forex Trader seine bisherige Trefferquote in die Beurteilung ein. Die Trefferrate zeigt den Anteil von gewinnbringenden Trades gegenüber allen vollzogenen Handlungen an. Bei einer hohen Trefferquote genügt ein geringes Chance-Risiko-Verhältnis, um das gesamte Kapital zu schützen. Liegt die Trefferzahl eines Forex Traders bei fünfzig Prozent, so liegt das Chance-Risiko-Verhältnis bei eins. Das Ziel als auch der Stopp liegen dabei in gleicher Entfernung vom aktuellen Kurs, wodurch das Kapital auf dem Ausgangsniveau bleibt. Das Ziel eines FX Traders ist jedoch nicht nur das Kapital zu erhalten, sondern es zu vervielfachen. Dies ist mit einem Chance-Risiko-Verhältnis von zwei möglich. Wenn das Kursziel bei zwanzig Prozent liegt, sollte der Stopp bei zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs positioniert werden. In diesem Fall wird das Kapital sukzessiv steigen. Entsprechend versucht der FX Trader seine Trefferquote zu verbessern.

 

Risiko-Money-Management

Als weiterer Punkt des Trading Plans sollten die eigenen Finanzen beurteilt werden. Ein adäquates Risiko-Money-Management drückt sich in der Weise aus, dass das eingesetzte Kapital erhalten bleibt, als auch die möglichen Verluste begrenzt werden. Deshalb sollte in die Strategieplanung auch das Setzen von Stopps inbegriffen sein. Einerseits können so Verluste minimiert werden, andererseits können über sogenannte dynamische Trailing Stopps Gewinne maximal ausgeschöpft und erhalten werden.

Geschaffene Defizite gering zu halten ist wichtig, da es mit zunehmenden Einbußen immer schwieriger wird, die Verluste auszugleichen. Bei einem fünfzig prozentigen Kapitalverlust sind hundert Prozent Kursgewinne nötig, um das ursprüngliche Startkapital wieder zu erwirtschaften. Daher ist es unerlässlich, noch vor dem Trade zu entscheiden, wie viel des verfügbaren Kapitals investiert werden soll und wie hoch die Verluste sein dürfen.

 

Lerneffekt

Die theoretischen Grundlagenkenntnisse müssen mit praktischen Erfahrungen gefüllt werden. Während des tatsächlichen Handelns mit Devisen können deswegen verschiedene Methoden erprobt und dann die Bestfunktionierenden beibehalten als auch erweitert werden. In einen Trading Plan sollten diese Erfahrungen einfließen. Damit die eigenen Handlungen analysierbar sind, ist ein Tradingjournal ein hilfreiches Werkzeug. Hierin kann der Forex Trader täglich dokumentieren, welche Tradingmethoden welche Erfolge hatten und anhand dessen eine Fehleranalyse vollziehen. Aus den gemachten Fehlern kann der Trader lernen und somit künftig Geldverluste vermeiden. Oft werden Tradingverluste auch als Lerngeld angesehen. Andererseits erklärt der FX Trader mittels des Tradingjournals auch seine Tradingziele. Diese diktierende Weise kann dem Forex Händler helfen, diszipliniert seine Ziele durchzusetzen und das Risiko-Chance-Verhältnis zu verbessern.

 

Ein erfolgreicher FX Trader verfügt dementsprechend nicht nur über reichlich Wissen, sondern kann dieses Wissen ebenso in sein Handeln integrieren. Einerseits spielt dabei das komplexe Denkvermögen des Traders eine Rolle, andererseits hilft die emotionale Stärke, um kontrolliert zu traden. Als Basis dafür dient der Handelsplan, der verschiedene Kontrollmechanismen beinhaltet.

 

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